renfah – the kunst kuratoREN kritik took my baby Fah away

by renfah on 02/11/2011, no comments

The Künstler KuratoRen Kritik took my baby Fah away… ein Versuch über eine Ausstellung
Alles auf Anfang – die Arbeit war als Experiment ausgelegt eine Ausstellung für einen Abend, die Frage an das mögliche Publikum, welches sich an einem Wochentag wie dem Dienstag schon wieder in Richtung eines besseren Wochenendes bepegelt, und was soll da überhaupt gezeigt werden?
So kam der Medienkünstler und Wissenschafter auf die Idee, das Programm zum Titel und den Titel zum Programm zu machen. Ganz auf forscher Forscher ging er nun daran, sowohl KünstlerInnen, KuratorInnen und KritikerInnen (Freunde und nicht Freunde) zu sich ins Atelier zu laden um sie zu fragen, welche der Kunstwerke bei einer Ausstellung gezeigt werden sollten, damit es in ihren Augen eine gute/sinnvolle/befriedigende Ausstellung wäre, und nicht wie in seinen, nur Kulisse einer postmodernen Spaß-zwangsgesellschaft, die es sich in ihren potemkinschen Dörfern behaglich eingerichtet hat.
Nicht lang gefuckelt wurden jeweils 3 Vertreter jeder Gattung bekniet, sich den Fundus durchzusehen, um sich ein Urteil zu entringen, und Empfehlungen auszusprechen, alles mit dem Vorwand nicht zu wissen wie und was getan werden solle.
Dabei war es wichtig, dass die Empfehlenden durchaus von den Empfehlungen der anderen Bescheid wussten, nicht jedoch wussten sie, was der Sinn dahinter war, abgesehen von der Ausstellung des Ren Fah. Listen wurden geheim angelegt und Namen geschwärzt, Emails und Flyer versandt – um zum grossen Test zu laden, zwei Räume in einer angesagten Kunstklitsche in Wien waren zur Verfügung, mal sehen wer aller kommt, und wie sie reagieren.
Sogar der Aufbau und die STellung der Objekte war ein Punkt, der hierbei ausgelagert wurde, um zu sehen welcher Präsentationsform der Vorzug zu geben sei, sodann wurde auch noch von jeder Gattung ein Vertreter (also 3 KünstlerInnen/3 KuratorInnen/ 3 KritikerInnen) unter dem Vorwand das Auto entsorgen zu müssen, mit der angelieferten Kunst allein gelassen um den Rahmen vollständig outgesourced gerieren zu können.
Denn nur durch die völlige Ausschaltung des intervenierenden Agens des kreativen Kunstverstandes der Bestie des Einzelnen können wissenschaftlich wichtige neutrale Erkenntnisse gewonnen werden. Sodann bei der wiederkehr war der Plan vollzogen, die Ausstellung war aufgebaut und die Versuchsreihe konnte mit dem untenstehend nachfolgenden Text und dem ebenfalls dazugehörigen Bild beginnen.


<<Kunst, Kuratoren, Kritiker – oder – the KKK – took my baby away…

Manche sagen, die Konstellation der Kunst gleicht einem

ästhetisierten Narrenkahn in der politischen Konstante der

kapitalistischen Gesellschaften, andere finden sich im Vergleich der

Dichotomien zwischen Wollen und Tun, Idee und Umsetzung, Inszenierung

und Rezension… oder alles bloß – Kunsttherapie, Kuratorenchinesisch

und Kritikerweh?

Die Ausstellung der Ausstellung, Anwesende sind herzlich eingeladen,

in sich selbst zu forschen.
“Das Individuum selektiert aus dem Angebot der Kultur um sein Selbstzu

konstruieren, was das Selbst faktisch an Systeme bindet, um daraus,aus

den differenzierten Strukturen und Systemen, ein zusammengesetztesIch

zu generieren. So ist jede/r, der/die sich in das Systemeingliedert,

am Ausbau desselben beteiligt, sogar die Kritik daran,wird Teil des

Systems, im Sinne eines dadurch herbeigeführten Adaptionszwanges.”

(Zitat: Marcuse Haffner: $$™ – Systeme und Soziosom)

deswegen – kurz gesagt:

Das Selbst – siedelt das Ich durch Affektion – alles wird schöner mit ®

renfah: adbusting advertising appropriation art brandhacking

capitalismcommunication culture disobedience fake hack hacktivism icon

internetirritation bitnapping logo media music news performance

politicsprovocation public sphere religion science sex sign technology

theory tv war c4yslf – whatever comes – goes >>

Zurück zum Realraum.
Dazu muss kurz auf die räumlichen Gegebenheiten eingegangen werden.

Im kleinen Raum hinten war ein buntes Poppotpourri aus den verschiedensten Schaffensperioden aufgebaut, viel buntes, Aufmerksameit generierendes, kinetisches und interaktives, das schrie wenn sich ihm genähert wurde.

Im vorderen grossen und saalähnlichen Raum, der zur Toilette führt, wurden hingegen nur 2 Werke gehängt, nach Ratschlag sowohl eines der Freunde als auch nach dem einer der Kuratoren.
Der Versuch startete pünktlich um 19h als die ersten Freund kamen um ihrer Pflicht gegenüber dem Künstler genüge zu tun, wobei dazugesagt werden muss, dass die meisten die Werke kannten, gab es doch einige die sich von der breite der Schaffenspalette angetan zeigten. Danach ab 21h kamen die ersten der üblichen Verdächtigen, die den Kunstiiii Bumstiii / Bussi Bussi/ artyfarty als Ausrede für ihre Alkohol/Nikotin/Kokain/ETCsucht nutzen, und sich lautstark im kleinen Raum um den Wert der Arbeit stritten, jedoch den grossen Raum nur als Verbindung von Bar zu Klo erkannten.
Als diese sich schon auf der Bar sitzend immer mehr an simplen Spässen erheiterten kam plötzlich eine Kaufanfrage, welche sich nach persönlicher Überprüfung als ernst gemeint, und nach weiterer Information als die erste und einzige in dieser Lokalität herausstellte. Bis die KollegInnen dann schon auf der Bar lagen und schliefen, der Galerist, welchem das alles zu brachial fand auch das noch kommuniziert hatte, konnte sich auf einen Preis geeint werden, und wie sich herausstellte, war es das kleine Bild eines zerfallenden omnipräsenten Prominenten an der Stirnseite des eher sakral wirkenden Saales, welche das Zentrum des Interesses ausmachte.
Was uns dieser Versuch zeigt ist also:
1. Kunst hat nichts mit den Objekten zu tun die als Träger dieses sozialen Phänomens auftreten

2. Keiner kann ohne den anderen. Künstler wie Kurator wie Kritiker sind letztendlich alle im selben Boot – erst recht sobald ein Käufer auftritt.

3. Niemand weiss vorher was wie wann wo geht.
Auf dem Heimweg sprach der Künstler noch mit einem bekannten Kollegen, über die eben verlassene “Exhibition” wobei dieser meinte, dass ihm die Sachen im grossen Raum echt gut gefallen haben, aber die im kleinen Raum eher …naja eher nicht so cool, aber vermutlich von einer Gruppe oder so aber in Wahrheit ziemlich Scheisse…aufklärend liess ich daraufhin die Katze aus dem Sack und wies ihn darauf hin, dass das eine Ausstellung war, und ich das ganz sicher wisse, weil sie ja… von mir sei…worauf er entgegnete:” Ach das war deine Ausstellung!?…Hmmmmmmm…” und ich ihn grübelnd in die Nacht entliess.

 

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