PRAXIS21: renfah & stylianos schicho

by renfah on 09/07/2012, no comments

Modern modern – Miasma, modrig, feucht, madig, verrottet, faulig
stinkend, Äpfel als Urfrucht, als verfallende Versuchung liegen
herum,die Schubladen sind voll mit ihnen. Rauchen, obwohl verpönt in
der Gegenwart, ist heilsame Essenz, die das Atmen erleichtert. Miasma
hilft gegen die Ausdünstungen des Miasmas.
“Schon Schiller ergötzte sich am Ethylen, dem Geruch, den das faule
Obst verströmt, er nutzte die, in der Schublade seines Schreibtisches,
faulig riechenden Äpfel als Quelle seiner Inspiration, einmal soll
seinem Freund Goethe sogar richtig übel davon geworden sein. In
Aufzeichnungen vom 7. Oktober 1827 ist nachzulesen, dass Schillers
Frau Charlotte gegenüber Goethe über die Apfellust sagte, dass “die
Schieblade immer mit faulen Äpfeln gefüllt sein müsse, indem dieser
Geruch Schillern wohl tue und er ohne ihn nicht leben und arbeiten
könne”.*

Der Apparat der kinetischen Skulptur erweckt dies Gebaren zum Leben,
der süsse Dunst, der Bote schlechter Träume und stinkender Krankheit,
ein Wind der verweht wird, ist Metapher der Vergänglichkeit und
Wiedergeburt, da durch ihn neues Leben entsteht. Diese Atmosphäre ist
es, welche den Nährboden für Drosophila – die Fruchtfliege entstehen
lässt, die Umwelt der Zerfalls gebiert Organismen, die olfaktorische
Umwälzung, welche verordnet mit Zigarettenrauch praktiziert, zur
Grundlage produktiver Faulheit wird, eine Paraphrase zur verordneten
Philosophie der Gegenwart: „Es gibt ein Recht auf Faulheit in unserer
Gesellschaft“

* Gregor Delvaux de Fenffe,

Made by PRAXIS21

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http://stylianosschicho.com

http://renfah.net

miasma live pictures by renfah

 

AAAAr

by renfah on 07/03/2012, no comments

Artists Activists Auction Against Racism – The auction as a tool for the destruction of structural discriminations…renfah piece minimum bid 66.000.- €

renfah – the kunst kuratoREN kritik took my baby Fah away

by renfah on 02/11/2011, no comments

The Künstler KuratoRen Kritik took my baby Fah away… ein Versuch über eine Ausstellung
Alles auf Anfang – die Arbeit war als Experiment ausgelegt eine Ausstellung für einen Abend, die Frage an das mögliche Publikum, welches sich an einem Wochentag wie dem Dienstag schon wieder in Richtung eines besseren Wochenendes bepegelt, und was soll da überhaupt gezeigt werden?
So kam der Medienkünstler und Wissenschafter auf die Idee, das Programm zum Titel und den Titel zum Programm zu machen. Ganz auf forscher Forscher ging er nun daran, sowohl KünstlerInnen, KuratorInnen und KritikerInnen (Freunde und nicht Freunde) zu sich ins Atelier zu laden um sie zu fragen, welche der Kunstwerke bei einer Ausstellung gezeigt werden sollten, damit es in ihren Augen eine gute/sinnvolle/befriedigende Ausstellung wäre, und nicht wie in seinen, nur Kulisse einer postmodernen Spaß-zwangsgesellschaft, die es sich in ihren potemkinschen Dörfern behaglich eingerichtet hat.
Nicht lang gefuckelt wurden jeweils 3 Vertreter jeder Gattung bekniet sich den Fundus durchzusehen, um sich ein Urteil zu entringen, und Empfehlungen auszusprechen, alles mit dem Vorwand nicht zu wissen wie und was getan werden solle.
Dabei war es wichtig, dass die Empfehlenden durchaus von den Empfehlungen der anderen Bescheid wussten, nicht jedoch wussten sie, was der Sinn dahinter war, abgesehen von der Ausstellung des Ren Fah. Listen wurden geheim angelegt und Namen geschwärzt, Emails und Flyer versandt – um zum grossen Test zu laden, zwei Räume in einer angesagten Kunstklitsche in Wien waren zur Verfügung, mal sehen wer aller kommt, und wie sie reagieren.
Sogar der Aufbau und die STellung der Objekte war ein Punkt, der hierbei ausgelagert wurde, um zu sehen welcher Präsentationsform der Vorzug zu geben sei, sodann wurde auch noch von jeder Gattung ein Vertreter (also 3 KünstlerInnen/3 KuratorInnen/ 3 KritikerInnen) unter dem Vorwand das Auto entsorgen zu müssen, mit der angelieferten Kunst allein gelassen um den Rahmen vollständig outgesourced gerieren zu können.
Denn nur durch die völlige Ausschaltung des intervenierenden Agens des kreativen Kunstverstandes der Bestie des Einzelnen können wissenschaftlich wichtige neutrale Erkenntnisse gewonnen werden. Sodann bei der wiederkehr war der Plan vollzogen, die Ausstellung war aufgebaut und die Versuchsreihe konnte mit dem untenstehend nachfolgenden Text und dem ebenfalls dazugehörigen Bild beginnen.
<<Kunst, Kuratoren, Kritiker – oder – the KKK – took my baby away…

Manche sagen, die Konstellation der Kunst gleicht einem

ästhetisierten Narrenkahn in der politischen Konstante der

kapitalistischen Gesellschaften, andere finden sich im Vergleich der

Dichotomien zwischen Wollen und Tun, Idee und Umsetzung, Inszenierung

und Rezension… oder alles bloß – Kunsttherapie, Kuratorenchinesisch

und Kritikerweh?

Die Ausstellung der Ausstellung, Anwesende sind herzlich eingeladen,

in sich selbst zu forschen.
“Das Individuum selektiert aus dem Angebot der Kultur um sein Selbstzu

konstruieren, was das Selbst faktisch an Systeme bindet, um daraus,aus

den differenzierten Strukturen und Systemen, ein zusammengesetztesIch

zu generieren. So ist jede/r, der/die sich in das Systemeingliedert,

am Ausbau desselben beteiligt, sogar die Kritik daran,wird Teil des

Systems, im Sinne eines dadurch herbeigeführten Adaptionszwanges.”

(Zitat: Marcuse Haffner: $$™ – Systeme und Soziosom)

deswegen – kurz gesagt:

Das Selbst – siedelt das Ich durch Affektion – alles wird schöner mit ®

renfah: adbusting advertising appropriation art brandhacking

capitalismcommunication culture disobedience fake hack hacktivism icon

internetirritation bitnapping logo media music news performance

politicsprovocation public sphere religion science sex sign technology

theory tv war c4yslf – whatever comes – goes >>

Zurück zum Realraum.
Dazu muss kurz auf die räumlichen Gegebenheiten eingegangen werden.

Im kleinen Raum hinten war ein buntes Poppotpourri aus den verschiedensten Schaffensperioden aufgebaut, viel buntes, Aufmerksameit generierendes, kinetisches und interaktives, das schrie wenn sich ihm genähert wurde.

Im vorderen grossen und saalähnlichen Raum, der zur Toilette führt, wurden hingegen nur 2 Werke gehängt, nach Ratschlag sowohl eines der Freunde als auch nach dem einer der Kuratoren.
Der Versuch startete pünktlich um 19h als die ersten Freund kamen um ihrer Pflicht gegenüber dem Künstler genüge zu tun, wobei dazugesagt werden muss, dass die meisten die Werke kannten, gab es doch einige die sich von der breite der Schaffenspalette angetan zeigten. Danach ab 21h kamen die ersten der üblichen Verdächtigen, die den Kunstiiii Bumstiii / Bussi Bussi/ artyfarty als Ausrede für ihre Alkohol/Nikotin/Kokain/ETCsucht nutzen, und sich lautstark im kleinen Raum um den Wert der Arbeit stritten, jedoch den grossen Raum nur als Verbindung von Bar zu Klo erkannten.
Als diese sich schon auf der Bar sitzend immer mehr an simplen Spässen erheiterten kam plötzlich eine Kaufanfrage, welche sich nach persönlicher Überprüfung als ernst gemeint, und nach weiterer Information als die erste und einzige in dieser Lokalität herausstellte. Bis die KollegInnen dann schon auf der Bar lagen und schliefen, der Galerist, welchem das alles zu brachial fand auch das noch kommuniziert hatte, konnte sich auf einen Preis geeint werden, und wie sich herausstellte, war es das kleine Bild eines zerfallenden omnipräsenten Prominenten an der Stirnseite des eher sakral wirkenden Saales, welche das Zentrum des Interesses ausmachte.
Was uns dieser Versuch zeigt ist also:
1. Kunst hat nichts mit den Objekten zu tun die als Träger dieses sozialen Phänomens auftreten

2. Keiner kann ohne den anderen. Künstler wie Kurator wie Kritiker sind letztendlich alle im selben Boot – erst recht sobald ein Käufer auftritt.

3. Niemand weiss vorher was wie wann wo geht.
Auf dem Heimweg sprach der Künstler noch mit einem bekannten Kollegen, über die eben verlassene “Exhibition” wobei dieser meinte, dass ihm die Sachen im grossen Raum echt gut gefallen haben, aber die im kleinen Raum eher …naja eher nicht so cool, aber vermutlich von einer Gruppe oder so aber in Wahrheit ziemlich Scheisse…aufklärend liess ich daraufhin die Katze aus dem Sack und wies ihn darauf hin, dass das eine Ausstellung war, und ich das ganz sicher wisse, weil sie ja… von mir sei…worauf er entgegnete:” Ach das war deine Ausstellung!?…Hmmmmmmm…” und ich ihn grübelnd in die Nacht entliess.

 

Ren Fah – 10 000 CHICKEN

by renfah on 01/05/2007, no comments

10000chicken

10000 chicken – You wanna Joy ?

“chicken mc splatter ihr wixxer – abrakadaver” war die formel mit welcher der “künstler” in seinem kükenkostüm vom sprungbrett himmelwärts abhob.
das leben ist grausam und scheisse – entdecke das hühnchen in dir –
sprachs der medienkünstler wie von sinnen, als er aus dem becken stieg.
“eure stinkenden, dampfend eklen innereien ihr mediengeiles schlachtvieh – klebt an mir ! “, und übergab sich. erneut kotzte er ins publikum, reckend voll abscheu reiherte er den frust einer generation entäuschter, wertloser ideologie von sich.

ein reinigungsprozess  – rotzte das publikum in agonie, ob des horrenden bildes innerhalb des bizarren szenarios. endzeitstimmung einer kultur, die es so nie gegeben hat. “fresst das!” ihr bigotten, perversen, schafsbürger und hirtentreiber.
krude gespräche, betroffenheit und ein schlechtes gewissen – dabei gewesen zu sein machte sich im publikum breit, als der künstler den piepsenden kreaturen den rest gab, voller abscheu und wut stammelte er dabei, es tut mir mehr weh als euch, aber wir verdienen es. gemeinsam, ich bn eure nächste kreatur, besser als in der maschine zu landen, im apparat, und an eure mütter verfüttert. kannibalischer inzest für diese teller, gabeln, messser scheren und ab ins licht ihr xichter.

anmutig entstieg er dem brei aus zermahlenen körpern einst kuscheliger, hoffnungsvoller geburten, junger unschuldigen seelenvoller geschöpfe, auf dem altar der kunst geopfert, für das spektakel. pathetische scheisse halt, wie aus dem bilderbuch eines alptraums. ein aufgegeilter sturm der entrüstung wehte durch das vom massaker faszinierte herdenvieh, als sich die ersten ein herz nahmen und begannen auf den dürren veganer einzuprügeln. kreischende schreie wurden laut, warme blutige fetzen flogen aus dem haufen der sich mittlerweile gebildet hatte. menschen stoben in alle richtungen um sich nicht mit den leichenteilen zu beschmutzen während sich manch einer in den künstler verbiss. der is owa zach sagte der eine aasfresser, sschmeckt wie hähnchen sagte der andere. was kückstn in die krone du ei, was kücksn? – brabbelte er das letzte wort dass man vernehmen konnte, bevor es zur eierspeis kam.

“ich hab immer noch hunger – gibz wein – oder is das gar keine vernissage? – ne isn fake!”

fake is the new real – abstract actionism – media art 2010 http://renfah.net